Donnerstag, 27. Oktober 2016

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Edelmetall

Das verschenken Goldkäufer

Viele Goldhändler schlagen für eine Feinunze beim Verkauf mehr als zwei Prozent auf den Marktpreis auf. Die durchschnittliche Spanne zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis reicht nach einer neuen Studie von 2,6 bis 5,2 Prozent.
In unsicheren Zeiten gilt es als sichere Anlage, und dem Preis nach zu urteilen, nimmt die Unsicherheit zu: Gold hat sich seit Anfang des Jahres um mehr als sechs Prozent - auf Eurobasis - verteuert. Experten erwarten, dass der Trend in den kommenden Monaten anhält. Vor allem Münzen sind bei Anlegern begehrt. Denn das Edelmetall ist weniger anfällig für Kursausschläge als Goldfonds, Zertifikate oder Aktien von Minengesellschaften. Dafür allerdings fallen Kaufaufschläge an. Zudem zwacken Goldhändler durch die Spannen zwischen An- und Verkaufspreis von der Rendite ab.

"Je kleiner die Stückelung, desto größer ist das Problem", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wenn es sich um sehr wenig Gold handle, könne die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis mehr als zehn Prozent ausmachen, sagt der Finanzexperte. Auch gelte es die Kosten für die sichere Lagerung, etwa in einem Bankschließfach, einzukalkulieren.

Wie unterschiedlich stark die An- und Verkaufspreise Preise vom Spotpreis - dieser wird an internationalen außerbörslichen Handelsplätzen vereinbart - abweichen, verdeutlicht eine aktuelle Studie des deutsch-britischen Edelmetall-Händlers Coininvest. Die nicht repräsentative Studie erfasst für die Feinunze Gold die Daten von einem Dutzend Anbietern in der Zeit von 1. bis 31. März dieses Jahres. Unter ihnen drei Online-Anbieter und acht konventionelle Goldhändler.

Über alle Händler hinweg und über den gesamten Zeitraum betrachtet zeigt sich: Goldkäufer zahlten im Schnitt ein Preisaufschlag von 2,87 Prozent auf den Spotpreis. Der höchste Tageswert betrug 4,07 Prozent, das Minimum lag bei 1,84 Prozent. Von den Händlern langte die Landesbank Hessen-Thüringen, Helaba, am stärksten zu, 3,78 Prozent betrug der Ausgabeaufschlag. Am wenigsten schlug die Hypovereinsbank mit durchschnittlich 2,2 Prozent auf.

Fünf Prozent Minus
Augenfälliger noch sind die Unterschiede zwischen den An- und Verkaufspreisen. Die durchschnittliche Spanne reicht von Werten zwischen zwei und drei Prozent (Coninvest, MP Edelmetall, Degussa) bis 5,18 Prozent (Commerzbank).

"Wer bei Einkauf und Verkauf ein schlechtes Geschäft macht, lässt im schlimmsten Fall in der Summe knapp fünf Prozent liegen", sagt Daniel Marburger. Als Beispiel verweist der Coininvest-Geschäftsführer auf Marktdaten vom 1. März. "An diesem Tag lag das beste Angebot für den Ankauf einer Feinunze Gold bei 1.187 Euro, das schlechteste betrug 1.153 Euro."

Bereits vor zwei Jahren hat er Goldpreise in einer Studie gegenübergestellt. Im Vergleich zur ersten Erhebung zeige sich, dass der durchschnittliche Aufschlag und die Preisspanne zurückgegangen sei. Grund ist der Wettbewerb. "Wir haben in Deutschland als drittgrößtem Goldmarkt eine anhaltend hohe Nachfrage, das zieht weitere Markteilnehmer an", sagt Marburger.

Was die Preisaufschläge angeht, nähern sich konventionelle Anbieter und Online-Händler an. Banken verlangten jetzt im Schnitt 2,95 Prozent (2015: 3,17%), digitale Plattformen forderten durchschnittlich 2,63 Prozent (2015: 2,38%).

Egal, ob bei einer Bank, Sparkasse oder einem Internetvertrieb: "Anleger sollten immer Angebote von mehreren Goldhändlern einholen und gezielt nach Preisauf- und -abschlägen fragen", rät Verbraucherschützer Ralf Scherfling.
von Manfred Fischer
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